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Super roto!



Abend vorher hat die Ölanzeige aufgeblinkt, kurz, vereinzelt. Am morgen prüfen wir den Stand: ist im unteren Bereich, nicht tragisch, aber wir beschließen, ihn besser aufzufüllen vor der anstehenden Tagesfahrt Oruru-Sucre. Es ist Sonntag und wir hoffen an einer Tankstelle an der Ausfallstraße Öl erwerben zu können. Nein, gibt’s hier leider nicht, wir fahren weiter. Ganze 5 Meter. Plötzlich und gänzlich ohne Theatralik geht der Motor aus und auch nicht wieder an. Der Versuch ihn anzuschieben endet abrupt mit dem Kommen-lassen der Kupplung. Es schwant ein böser Verdacht der sich nur nach "wenigen" Wartestunden später zur fachmännischen Diagnose verdichten soll: Unsere Busetta, Festival-Mobilny und fahrendes Zuhause ist super-roto, en alemán se llama Motorfresser, mes dames et messieurs, nichts dreht mehr. Über die internen emotionalen Konsequenzen dieses Vorfalls kann ich an dieser Stelle nicht berichten, das wäre pietätlos und zu persönlich für ein Internetmedium wie dieses.


 
     
Klar ist; für die noch vor Weihnachten terminierten Filmabende brauchen wir einen Plan B. Schon am selben Abend macht sich also ein Team aus 3 Busfahrern auf den Weg das unmögliche zu schaffen. Es gilt ein temporäres Ersatzvehikel für unsere unersetzbare Busetta zu finden.„Bei der Macht von CineCita“ schreien wir, bündeln die Kräfte und deformieren die ganze Stadt zu einem einzigen Suchbild in dem wir gleich drei schnelle Flitzer finden:
Ein Rentierschlitten, ein Stück Fliegende Pappe und ein Micro (der in Lateinamerika typische Sammeltaxibus für mittellange Strecken) standen zur Auswahl und wurden sofort ausprobiert. 


Der Rentierschlitten erschien uns nicht nur wegen des sehr geräumigen Gepäckabteils zunächst als geradezu ideal für unsere Zwecke. Leider bemerkten wir schnell, dass der Fahrer offenbar gefährlich senil zu sein schien. Er grinste in einem fort und fand sich nicht bereit auf sinnvolle Fragen in ganzen Sätzen zu antworten. Mehr als ein tiefes Ho Ho Ho war aus dem altem Kerl einfach nicht mehr herauszukitzeln.





Gut, dass wir die Pappe nicht genommen haben. Uns wurde eine einfachste Handhabung und beste Straßenlage versprochen. Doch bereits beim ersten in der spiegelglatten Probebahn eingebauten Hubbel hat das Ding Nadjas Steißbein ramponiert und es lag diesmal ganz ehrlich nicht daran, dass wir nicht ernsthaft versucht hätten die Brems- und Steueranlage rechtzeitig zu bedienen. Nein, weit wären wir damit lebend nicht gekommen.



Micro. Ja wo isser denn, wo isser denn, ach so, der da, nun ja. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Wir konnten uns in Güte nicht einigen, wer die Tour weiter bereisen dürfte und wer nicht. Also haben wir verzichtet, wir haben das unmögliche nicht geschafft: Orurus private Alternativtransportmittel boten keinen Eratz für die Busetta.



Also haben wir sie sehr traurigen Herzens in der Toyotabusklinik abgegeben, in der Hoffnung auf einen Spendermotor samt Transplantation und reisen Richtung Neujahr ohne eigenen Bus.
Das ist der Tiefpunkt!

Von Sven, Handyfotos von Christian
Jan 13, 2011 11:08:30 PM (CET, Europe/Berlin, UTC+01:00), ,
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